SPD Ortsverein besucht Gedenkstätte Grafeneck

Veröffentlicht am 17.09.2026 in Pressemitteilungen

Ein schöner Herbsttag war es, an dem sich die Besuchergruppe ab Trochtelfingen mit dem SAB-Triebwagen aufmachte, um sich über die dunklen Tage in Deutschlands Geschichte zu informieren.

Grafeneck, hoch und abgeschieden auf dem Bergrücken nahe Marbach wurde nach steilem Fußweg erreicht. Dort, am Schlossportal und beim Rundgang erläuterte Trägervereinsvorstand Rüdiger Böhm zum Einstieg die Geschichte des Ortes. Ehemals Burg und Schloss, ist Grafeneck seit 1929 ein Behindertenheim.  Die Einrichtung der Samariterstiftung musste 1939 auf Befehl aus Stuttgart „für Zwecke des Reiches“ geräumt werden.

Im Schloss zog eine Bürokratie mit Ärzten, Beamten und Schreibkräften ein um die Aktion T4, die Vernichtung von Menschen mit Behinderung aus Heimen in Süddeutschland und Rheinland, zu organisieren. Im Menschenbild der Nationalsozialisten - einer Mischung aus rassistischer Ideologie, Anti-Humanismus und zynischer Menschenverachtung - hatten Behinderte und Kranke keinen Platz. Mit diesem einzigen von Hitler persönlich unterzeichneten Auftrag zur Menschenvernichtung, kurz nach Beginn seines Krieges gegen Europa und die Welt, begann das Morden in Grafeneck.

Die erschütternden Details mit Opfern und Tätern sind heute im Gedenkstättenzentrum dokumentiert. Aus den Heimen und Anstalten kamen die grauen Busse, die Menschen wurden angeblich untersucht und starben am gleichen Tag im Gas. Die Körper wurden sofort verbrannt. Den Angehörigen wurden eine Verlegung, gute Ankunft an ganz anderen Orten und ein überraschender Todesfall mit erfundenen Diagnosen vorgelogen. Hier, auf der Alb wurden 1940/41 10654 Männer, Frauen & Kinder ermordet. Danach zog die Tötungsmaschinerie weiter an 5 andere Orte im „Reich“. An der Gedenkstätte im Buch der Toten sind 9000 Namen verzeichnet. Still und ergriffen betrachtete die Besuchergruppe das Mahnmal dort. Rüdiger Böhm gab anschließend noch Einblicke in seine Arbeit zur langfristigen Finanzierung und baulichen Sicherung des Schlosses und der Gedenkstätte.

Zurück auf dem Wanderweg zur Einkehr in Gestütsgasthof Marbach konnten die Eindrücke nochmals verarbeitet werden. Für den SPD-Ortsverein Sonnenalb bedankte sich Helmut Mader bei Rüdiger Böhm für die tiefbewegende Führung und seine Arbeit für das Erinnern - gerade in heutigen, polarisierten Zeiten.

Homepage SPD Sonnenalb